Gold News

Was die US-Notenbank für Gold getan hat

Wenn Bernanke ein Wachstum von 13% in Wall Street erwartete, hat er ein Wachstum von 45% im Goldpreis bekommen....

DIESE WOCHE sind sechs Monate vergangen, nach dem die US-Notenbank (Fed) zum ersten Mal die Zinssätze während der aktuellen Weltbankkrise gesenkt hat.

Und für Rohstoffanleger war es ein gute, nein, eine sehr gute Zeit.

Diese Senkung von 0,50% hätte die „ordentliche Lage“ in der Finanzwelt fördern sollen; in der Tat hat es den stärksten Sturz je im Dollar-Zinssatz verursacht... na gut, seit dem er das letzte Mal versucht hat, den Wert den amerikanischen Finanzanlagen wieder in Ordnung zu bringen.

Aber während es den Geldmärkten für kurzfristige Darlehen nach sechs Monaten immer noch nicht besser geht, ist bis jetzt die einzige Ordnung nicht die der Finanzwelt sondern die der Rohstoffen.

Eine dicke fette Ordnung, um das genau zu sagen:

- Erdöl: +37,5%
- Erdgas: +29,6%
- Kupfer: +22,5%
- Platin: +72,0%
- Silber: +45,1%
- Weizen: +66,5%
- Sojabohnen: +68,4%

Der Goldpreis (dessen einziger echter Wert im Vergleich zu allen anderen Rohstoffen die Wertaufbewahrung ist) ist in der Zwischenzeit 20 Mal in den letzten 27 Wochen gewachsen. Spot-Goldpreise sind seit dem 17. August um 44,7% gestiegen, kurz bevor die US-Notenbank ihren „ausserordentlichen“ Zinssatz ankündigte.

Während der S&P500 um 7,5% seines Wertes gesunken ist. Was bestimmt nicht gewollt war.

„Selbst ein lässiger Beobachter kann nicht bezweifeln, dass die Entscheidungen des Federal Open Market Committee (FOMC) die Anlagepreise (inkl. die Preise der Equity) zum Bewegen bringt“, sagte Ben Bernanke in einer Rede im Oktober 2003. „Die Grösse und die Dauer dieser Folgen zu bewerten ist allerdings nicht so einfach.“

Damals noch Gouverneur der Fed, also bevor er der grosse Chef der amerikanischen Zentralbank wurde, sprach Bernanke über einen Haufen detaillierten und äusserst nutzlosen Forschungen, die er zusammen mit Kenneth Kuttner von der NY Fed durchführte. Zusammengefasst:

„Die statistischen Beweise zeigen sehr stark auf einen Aktienkursfaktor der Geldpolitik für einen Wert zwischen 3 und 6, wobei die höheren Werte den Politikänderungen entsprechen, die Anleger eher dauerhaft empfinden. In anderen Worten, und nach unserer Forschung, wird eine typische überraschende Senkung seitens der Fed von 25 Basispunkten die Aktienindexen um zwischen ¾ Prozent und anderthalb Prozent steigen lassen."

Na klar, Bernanke sprach über die Einnahmen, die er innerhalb von einem Tag erwartete! Aber nach dem das Fondsziel der Fed um 225 Basispunkte seit der im August angefangenen globalen Bankenkrise abgebaut wurde, hat es Bernanke nicht einmal bis 6,75% in sechs Monaten geschafft... schon gleich gar nicht bis ein Wachstum von 13,5% auf der Wall Street.

Dafür sind die Lebenskosten in seinem Land stark gewachsen, die von Rohstoffpreisen verursacht wurden. Und das ist eine sehr schlechte Neuigkeit für die Besitzer von Schatzanweisungen.

Ja, die Tageszinsen der Fed (sowie die Einnahmen der kurzfristigen Schatzanweisungen) sind nach Berechnung der Inflation währen der "Greenspan" Notlage von 2002 bis 2005 stark gefallen.

Aber die langfristigen Schatzanweisungen (diejenigen die zum grossen Teil der Finanzierung der andauernd wachsenden finanziellen Bedürfnisse in Washington dienen) konnten nur sehr kurze Zeit mit den Lebenskosten nicht den Schritt halten.

Heutzutage bleiben sie hinter der Inflation. Und nicht nur ein bisschen.

Und wie stark werden sich die Bestandpreise bewegen, wenn Anleger Aktien, Anleihen, Währungen und Immobilien zum grossen Teil verlassen? Der aktuelle Hoch im Goldkurs scheint eine grosse Ähnlichkeit mit dem Hoch im Januar 1980 zu haben. Gold erreichte am 21. Januar 1980 den Preis von über $850 die Unze... und fiel fast jedes Jahr in den folgenden zwei Jahrzehnten.

Aber die Bewegungen über $800 pro Unze kamen und verschwanden nach drei Tagen wieder. Jetzt ist es Februar 2008 und Gold hat über ein halbes Jahrzehnt gebraucht, um das zu wiederholen.

Zu viel? Zu schnell? Mit Bernanke als Chef der Fed (und sein $100 Öl) haben wir vielleicht überhaupt noch nichts davon gesehen.

Adrian Ash ist Head of Research / Leiter der Forschungsabteilung bei BullionVault, der weltweit führenden Handelsplattform für physische Gold- und Silberbarren. Zuvor war er Redaktionsleiter bei Fleet Street Publications und City-Korrespondent für das Daily Reckoning. Er ist u.a. regelmäßiger Autor für Forbes und BBC. Außerdem ist seine Meinung als Goldmarkt-Experte bei renommierten Medien und Finanzdienstleistern wie der Financial Times, The Economist, Bloomberg und dem Stern gefragt.

Hinweis: Der Inhalt dieser Webseite ist dazu gedacht, den Leser zum Nachdenken über wirtschaftliche Themen und Ereignissen anzuregen. Aber nur Sie selbst können entscheiden, wie Sie Ihr Geld anlegen und tragen die alleinige Verantwortung hierfür. Informationen und Daten können zudem durch aktuelle Ereignisse bereits überholt sein und sollten durch eine zusätzliche Quelle bestätigt werden, bevor Sie investieren.

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