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Gold ist Ihre Renten-Garantie

Alle wollen den Schweizer Franken, nur nicht die Schweizer...

Zinsraten von Null haben überall auf der Welt bisher für viel Aufruhr gesorgt, aber jetzt wird es langsam wirklich albern, schreibt Adrian Ash von BullionVault.

"Die Schweiz täte vielleicht gut daran, den Euro zu übernehmen, denn das Festhalten am Franken schadet dem Export", berichtet Bloomberg aus Basel.

"Es ist für jeden ein Alptraum", zitiert der Nachrichtendienst unter anderem Thierry Stern, den Vorsitzenden des Luxus-Uhrenmachers Patek Phillipe.

"Wir müssen uns anpassen. Irgendetwas wird kommen. Ich weiss nicht wann, aber eines Tages wird es eintreffen."

Unternehmer sind natürlich immer für Währungsentwertung. Oder wer glauben Sie, hat in den frühen 1920ern in Deutschland die Weimarer Inflation unterstützt und gefördert? Und mit Exportverkäufen, die rund die Hälfte des Schweizer Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausmachen - mehr oder weniger die gleiche Proportion wie Deutschland - sollte der Gedanke, den Franken abzuschaffen die Volkswirte nicht wirklich schockieren. Der führende Euro hat Deutschland sicherlich dabei geholfen, seine Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Währungsunion auszuweiten. Kein Wunder also, dass der Gedanke schnell an Boden gewinnt, sagt Bloomberg.

Der Franken ist momentan so "stark", dass die schweizer Exporte im Jahresvergleich kaum auf 7,1% kamen. "In Deutschland sind die Exportverkäufe im gleichen Zeitraum auf 15% gestiegen", erklärt der Nachrichtendienst und zeigt mit dem Finger auf den "sicheren Hafen" Franken, der gegenüber dem Euro seit März 2010 um ein Zehntel gestiegen ist und gegenüber Gold in 2011 nicht im Mindesten nachgegeben hat. Was nützt eine Währung, die ihren Wert nicht verliert?

So wurde es Zeit, dass der Euro "so gut wie" Gold kaufen wurde, wie es unsere Euro-Goldpreis-Graphik zeigt.

Mit einem durchschnittlichen Preis von ca. EUR 10.500 pro Kilo in den ersten fünf Jahren der Währungsunion, hat Gold ab Mitte 2005 angefangen, auszubrechen. Sie können sehen, wie die Korrelation zwischen Gold und Euro durchgehend sehr hoch war und parallel dazu das Ausmass, in dem es sich in die gleiche Richtung bewegte wie der Euro gegenüber dem US-Dollar auf einer monatlichen Basis. Die Korrelation ergab regelmässig einen perfekten Wert von 1,0, was bedeutet, dass Gold und Euro sich fast exakt zusammen bewegt haben. Nur ein einziges Mal ist diese Korrelation unter einen Wert von minus 0,4 gesunken, als Gold und Euro sich kurzfristig in entgegengesetzte Richtungen bewegten.

Vergleichen Sie dann mit der mittleren Periode, als Gold und Euro sich noch öfter zusammen und immer noch gegen den Dollar bewegten, doch Gold kontinuierlich die Gewinne der Einheitswährung übertraf und Goldeigentümern in Deutschland, Frankreich und Italien ordentliche Gewinne einbrachte. Seit 2009 dagegen und besonders 2010, haben Gold und Euro angefangen, sich in unterschiedliche Richtungen zu bewegen, mit Gold meistens oben und Euro entsprechend unten, was dem gelben Edelmetall und seinen Eigentümern neue Allzeithochs bescherte.

Fans der Geschichte werden sich sicherlich daran erinnern, dass die aktuelle Gold-Hausse gegenüber dem Dollar - langanhaltend, aber noch lange nicht steil genug, um von einer Blase sprechen zu können - begann, kurz nach dem der Euro auf den Markt kam und ungefähr zur gleichen Zeit als die Schweizer sich dafür entschieden, die Absicherung des Franken durch ihre berühmten Goldvorräte abzuschaffen. Genau wie die Goldverkäufe, die daraufhin folgten, den Goldpreis nicht nach unten drücken konnten (in der Tat ging es für Gold damals nach einer 20jährigen Baisse wieder aufwärts), genauso hat auch der Verlust der Goldabdeckung es bisher nicht geschafft, den Anreiz des Franken als sicheren Hafen zu halten. Ebenso wenig wie die Schweizer Nationalbank, die die Inflation willkommen hiess, ihre Basiszinsrate auf Null senkte und aktiv neue Franken produzierte, nur um diese dann auf den Devisenmarkt zu schütten, in dem Versuch, den Franken zu entwerten.

Kurzgesagt, wie es aussieht kann man einen "sicheren Hafen" nicht unten halten. Nicht, wenn das weltweit angesparte Vermögen vor dem Drucken von Geldscheinen und einheimischen Null-Zinsraten gerettet werden muss. Welche Optionen bleiben besorgten Sparern? Und welche Option bleibt der Schweizer Nationalbank ausser dem Euro?

"Ich denke nicht, dass der Geldfluss in die Schweiz aufhört", wird ein Geldmanager aus New York in Business Week zitiert. "Menschen wollen einfach das Beste aus dem Euro herausholen". Alle, ausser Schweizer Exporteure.

Jeder, der dazwischen liegt, wird stattdessen Gold kaufen erwägen.

Adrian Ash ist Head of Research / Leiter der Forschungsabteilung bei BullionVault, der weltweit führenden Handelsplattform für physische Gold- und Silberbarren. Zuvor war er Redaktionsleiter bei Fleet Street Publications und City-Korrespondent für das Daily Reckoning. Er ist u.a. regelmäßiger Autor für Forbes und BBC. Außerdem ist seine Meinung als Goldmarkt-Experte bei renommierten Medien und Finanzdienstleistern wie der Financial Times, The Economist, Bloomberg und dem Stern gefragt.

Hinweis: Der Inhalt dieser Webseite ist dazu gedacht, den Leser zum Nachdenken über wirtschaftliche Themen und Ereignissen anzuregen. Aber nur Sie selbst können entscheiden, wie Sie Ihr Geld anlegen und tragen die alleinige Verantwortung hierfür. Informationen und Daten können zudem durch aktuelle Ereignisse bereits überholt sein und sollten durch eine zusätzliche Quelle bestätigt werden, bevor Sie investieren.

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