Rekordpreise für Gold und Silber: Deutsche Investoren bleiben die aktivsten Käufer
Die Preise für Gold und Silber steigen im Jahr 2025 so schnell wie seit 1979 nicht mehr. Parallel dazu verzeichnet BullionVault, der weltweit führende Marktplatz für physische Edelmetalle, eine anhaltend hohe Zahl an Erstkäufern, die sonst nur während massiver Finanz- oder Wirtschaftskrisen erreicht wird.
„Gold und Silber haben auf das erste Jahr der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus reagiert, als wäre es die Bankenkrise oder die Corona-Pandemie“, sagt Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault.
„Es ist schwierig, ein Heilmittel für diesen Bullenmarkt zu erkennen, wie beispielsweise die Drosselung der quantitativen Lockerung im Jahr 2013 oder die Entwicklung eines Impfstoffs vor fünf Jahren. Angesichts der geopolitischen Aussichten für das nächste Jahr und Trumps Einfluss auf die Federal Reserve dürfte der Ansturm auf wirklich harte Währungen anhalten.“
In den letzten 12 Monaten hat die gestiegene Nachfrage BullionVault – das aktuell ein Rekordvolumen von 6,9 Milliarden Euro a physischem Gold, Silber, Platin und Palladium für 120.000 Nutzer weltweit verwaltet – die meisten Erstkäufer seit den Krisenjahren 2020 und 2011 beschert. Die Zahl der Neukäufer stieg im Vergleich zu 2024 um 121,7 Prozent. Besonders stark war der Zuwachs in Deutschland mit 147,6 Prozent neuen Nutzern.
„Der entscheidende Unterschied zu früheren Anstiegen der Nachfrage in diesem Jahrhundert ist, dass westliche Investoren vor der Finanzkrise oder der Corona-Pandemie noch nicht so viel Edelmetalle besaßen“, erklärt Ash. „Daher wurde der Ansturm in diesem Jahr natürlich durch die anhaltenden Gewinnmitnahmen unter den bestehenden Goldinvestoren ausgeglichen, da die Preise immer weiter steigen.“

Einschließlich der bestehenden BullionVault-Benutzer sank die Zahl der deutschen Anleger, die im November Gold kauften, um 31,7 Prozent gegenüber dem 62-Monats-Hoch vom Oktober, während sich die Zahl der Verkäufer gegenüber dem Allzeithoch vom Oktober um die Hälfte (50,5 %) reduzierte. Insgesamt führte dies zu einem Rückgang des Gold-Investor-Index Deutschland (GII DE) – einem einzigartigen Stimmungsbarometer, das ausschließlich auf der tatsächlichen Aktivität im physischen Goldhandel basiert – um 1,2 Punkte gegenüber dem vier-Monats-Hoch vom Oktober auf 56,2 Punkte.
Im Vergleich zu den Aktivitäten der übrigen weltweiten Kundschaft von BullionVault lag dieser Wert um 1,7 Punkte über dem globalen GII ohne Deutschland. Dies war die größte Differenz seit vier Monaten, nachdem der GII DE im Oktober zum ersten Mal seit Mai 2023 unter den Rest der Welt gefallen war und mit minus 0,5 Punkten den schwächsten Vergleichswert seit fast 14 Jahren verzeichnet hatte.
„Deutsche Anleger zeigen sich 2025 weiterhin enthusiastischer als ihre Kollegen in anderen Ländern“, so Ash. „Der Vergleich wird allerdings dadurch gedämpft, dass die starke deutsche Goldnachfrage bereits während der EZB-Lockerung und der Negativzinsen im letzten Jahrzehnt ihren Höhepunkt hatte. Anleger in anderen westlichen Ländern haben erst in diesem Jahr wieder richtig begonnen, Gold zu kaufen.“
Silber übertraf im November den Goldpreis und stieg in allen Währungen auf neue Allzeithochs. Der monatliche Durchschnittspreis in Euro stieg den siebten Monat in Folge – die längste Gewinnserie für deutsche Anleger in Silber seit dem Rekord von 11 Monaten im Jahr 1979.
Der Silver-Investor-Index Deutschland (SII DE), der die Anzahl der Silberkäufer im Vergleich zu den Verkäufern pro Monat erfasst, fiel im November auf 55,7 Punkte und lag damit 4,3 Punkte über dem Rest der Welt (51,4 Punkte), der größten Differenz seit April 2025.
Trotz des Preisanstiegs überwogen die Verkäufe aufgrund der neuen Rekordpreise weltweit leicht die Käufe (gemessen an der Tonnage). Der Wert der Silberbestände der BullionVault-Benutzer stieg im Laufe des Monats in Euro um 10,0 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro und erreichte den fünften neuen Allzeitrekord in Folge.
„Im Gegensatz zu den Edelmetall-Booms von 2011 oder 2020 gab es in diesem Jahr keine extremen Spannungen auf den breiteren Finanzmärkten. Im Gegenteil, auch die globalen Aktienmärkte sind auf neue Allzeithochs gestiegen. Angesichts der wachsenden Befürchtungen eines Zusammenbruchs der KI-Blase im Jahr 2026 wäre es wirklich ein Novum, wenn die Attraktivität seltener physischer Edelmetalle nicht weiter steigen würde, sollte der Aktienboom in einen Abschwung übergehen.“





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