Gold News

Der grosse Hadronenbeschleuniger der US-Finanzministeriums

Die Verstaatlichung von Fannie Mae und Freddie Mac übertrifft 1000 Mal, was Präsident Roosevelt 1934 ausgab.....



IM FEBRUAR 1946, als sie beide schon alte Männer waren, schrieb Joseph Schumpeter einen Brief an Irving Fisher.



Schumpeter erklärte, warum er dem Plan für einen vorgeschlagenen Ausschuss für Währungspolitik nicht zustimmen konnte. Er versuchte, seine Ablehnung abzuschwächen, indem er seine Bewunderung für Irving Fisher ausdrückte.



'Ich halte Sie für einen der dutzend besten Wissenschaftler aller Zeiten und, wenn ich das nicht bereits wüsste, hätte meine eigene Forschung in der Geschichte der Wirtschaftsanalyse, die ich im laufenden Jahr in der Form eines Buches abzuschließen hoffe, das bestätigt.'



Irving Fisher ist in der Geschichte des ökonomischen Denkens und der Wirtschaftspolitik immens wichtig. Er war der einflussreichste Wissenschaftler während  der grossen Depression und hatte auch grossen Einfluss auf den englischen Wissenschaftler John Maynard Keynes, mit dem er korrespondierte. Während der grossen Depression stand Fisher auch Präsident Roosevelt als Berater zur Seite und hat seine Entscheidungen, wie auf die Depression zu reagieren sei, mitbestimmt.



Anfang der 30er Jahre herrschte das gleiche Gefühl wie heute, nämlich dass die Wirtschaftsexperten durch die Entwicklungen überrascht wurden und nicht wussten, wie sie reagieren sollten. Irving Fisher war dafür bekannt, dass er immer einen rationalen Vorschlag hatte - und viele dieser Lösungsvorschläge scheinen heute noch immer aktuell zu sein.



Sogar auf seinem Sterbebett zögerte er nicht, einen Brief an Präsident Truman, der Nachfolger Roosevelts, zu schreiben und vor den Gefahren der Deflation zu warnen. 'Ich bin im Krankenhaus, aber, soweit ich erfahren habe, führen die Gespräche über niedrigere Preise, die in Washington geführt werden, mit Sicherheit zum Desaster.' (Brief vom 21. März 1947; Irving Fisher starb am 30. April 1947).



Bei Franklin Roosevelt ist es schwierig zu wissen, wessen Rat er folgte. Er schmeichelte fast jedem Berater, indem er dessen Arbeit lobte. Die Notizen, die Fisher über seine Versammlungen mit dem Präsidenten führte, zeigen, dass er - wie jedermann - von Roosevelts Charme überwältigt war. Dennoch stammen einige der Argumente, die Roosevelt für seine Entscheidungen zur Deflationspolitik benutzte, von Fisher.



Es war Roosevelt, der Fisher bei einer Sitzung am 6. September 1934 erklärte, dass er alle Arbeits-losen so bald wie möglich wieder beschäftigen wolle und schätzte, dass es 'fünf Milliarden Dollar kosten würde, um die fünf Millionen Menschen ein Jahr lang zu bezahlen' und fragte Fisher eher naiv, 'wie man dieses Geld wohl beschaffen könne.'



Nachdem Grossbritannien den Goldstandard 1931 abschaffte, schickte Fisher dem damaligen britischen Premier Ramsay MacDonald einen Brief. Er enthält einen besonders aussagefähigen Satz:



'Die Ironie der derzeitigen Situation ist, dass die Weltwirtschaft immer tiefer verschuldet wird durch seinen Versuch, sich von den Schulden zu retten.'



Diese Aussage lässt sich auf die diese Woche erfolgte Verstaatlichung von Fannie Mae und Freddy Mac für $5,4 Billionen anwenden. Diese Summe wurde dem Defizit der USA hinzugefügt.



1934 musste Präsident Roosevelt ankündigen, dass die Staatsschulden um 4 Milliarden angewachsen waren. Unter Präsident Bush wuchs die Staatsverschuldung 2008 bis auf $5 Billionen, mehr als 1.000 Mal soviel.



Irving Fisher glaubte an stabile Währungen. Er war der Autor der Formel für den Währungsausgleich, die wie folgt lautet:



M x V = P x Y



was ausgeschrieben bedeutet:



Geldmenge x Geldumlaufgeschwindigkeit = Preisniveau x Handelsvolumen.



Er war der Meinung, dass ein auf Rohstoffen basierender Standard der stabilste Ersatz für den Goldstandard sein würde. Aber verglichen mit den wirtschaftlichen Entscheidungen der 30er Jahre, ist die Verstaatlichung von Fannie Mae und Freddie Mac eine möglicherweise inflationistische Verpflichtung der US-Regierung. Sie bringt $5 Billionen zusätzliche Passivposten in den öffentlichen Sektor - oder, da bereits dem Steuerzahler auferlegt, bestätigt und garantiert sie diese Passivposten.



Die ersten Meinungsumfragen zeigen, dass viele amerikanische Steuerzahler besorgt sind, dass  diese $5 Billionen auf sie selber zukommen werden. Es ist, in jedem Fall, ein gewagtes weltwirtschaftliches Experiment, wie das CERN. Andere Nationen werden besorgt zusehen. Ich denke, Irving Fisher hätte solch ein Experiment unterstützt.

Leading political editor William Rees-Mogg is former editor-in-chief for The Times of London and an independent peer in the House of Lords in Westminster.



Lord Rees-Mogg has been credited with accurately forecasting glasnost and the fall of the Berlin Wall – as well as the 1987 financial crash. His political commentary appears in The Times every Monday. His financial insights can be found in Strategic Investment, the widely respected newsletter he founded more than 15 years ago.

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