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Die Euphorie der Gold-Bullen verpufft

Vergessen die Januar-Rally, es geht weiter abwärts mit dem Goldpreis. Heute ist er auf das tiefe Niveau seit drei Monaten gefallen. Optimisten verlieren allmählich den Glauben an Gold, was wiederum an dem stärkeren Glauben von Investoren an Aktien liegt.

Darfs etwas mehr Risiko sein? Anleger sind derzeit bereit, mehr zu wagen. Sie steuern weniger den als sicher geltenden Hafen Gold an, und setzen lieber auf vermeintlich riskantere Anlageformen wie Aktien.

Indirekt unterstützen die rekordniedrigen Zinsen den Trend, was ein bisschen nach verkehrter Welt klingt. Denn normalerweise hat Gold in Zeiten niedriger Zinsen weniger Konkurrenz durch ebenfalls als sicher geltende Staatsanleihen. Aber derzeit sind die Zinsen so niedrig, bringen Anleihen teils sogar negative Renditen mit sich, dass sich Aktien großer Beliebtheit erfreuen. Die damit verbundenen Kurssteigerungen locken noch breitere Anlegerscharen. Und Gold verliert an Popularität.

Talfahrt bei Gold geht weiter

Das Edelmetall verbilligte sich heute um bis zu 0,9 Prozent auf 1.156 Dollar je Feinunze. Das ist der niedrigste Preis seit Anfang Dezember. Die Analysten der Commerzbank begründeten den Preisrutsch aber nicht allein mit den steigenden Aktienmärkten, sondern auch mit den steigenden US-Anleiherenditen und dem aufgewerteten US-Dollar. Eine Aufwertung des Greenback macht Edelmetalle für Investoren außerhalb der USA teurer.

Die Talfahrt könnte nach Ansicht von Experten weiter gehen. Grund seien die guten Aussichten für die US-Konjunktur und die Erwartung steigender Zinsen in den USA. Zinserhöhungen dämpfen die Furcht der Anleger vor einer anziehenden Teuerung. Damit verliert Gold als Absicherung gegen Inflation an Attraktivität.

Das Edelmetall hatte lange von der ultralockereren US-Geldpolitik profitiert, weil Investoren Inflationsgefahren fürchteten und Gold als sicheren Hafen ansteuerten. Das trieb den Goldpreis 2011 nahe an die 2.000er Marke. Seither hat der Kurs rund 40 Prozent verloren. Durch die Januar-Rally war zwischenzeitlich etwas Hoffnung aufgekeimt.

Die Chartexperten von HSBC Trinkaus weisen auf eine wichtige Unterstützungszone hin, die von 1.198 bis 1.147 Dollar reicht. "Da ein Abgleiten unter diese Bastion den grundsätzlichen Haussetrend der letzten 14 Jahre beendet, kann die Bedeutung dieser Auffangmarken gar nicht hoch genug eingeschätzt werden", so die Analysten. Falle der Goldpreis darunter, sei mit einem Wiedersehen mit der 1.000-Dollar-Marke zu rechnen.

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