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Japan verkauft nach wie vor Gold, ohne welches zu kaufen

Japan ist weltweit die drittgrößte Volkswirtschaft. Doch Ergebnissen

des größten Goldhändlers des Landes zufolge waren japanische Haushalte in 2012 weiterhin mehr damit beschäftigt, Gold zu verkaufen als es zu kaufen.


Laut Tanaka Kikinzoku Kogyo - gegründet in 1885 und Teil von Tanaka Holdings – gab es in 2012 bei privaten Anlegern zum achten Mal in Folge mehr Goldkäufe als -verkäufe.


Diese Nachricht widerspricht Behauptungen, die gegen Ende 2012 besagten, dass der Grund für die schwankende japanische Goldnachfrage seine schwache Geldpolitik sei. In dieser Woche erreichte der Yen-Goldpreis den höchsten Stand seit 30 Jahren, doch laut japanischen Edelmetallhändlern haben dennoch mehr Anleger Gold verkauft als gekauft.


“Bevor wir mit neuen Käufen rechnen können, erwarten wir, dass zunächst noch mehr Gold verkauft wird, darunter auch getragener Schmuck,“ meinte Naoto Mizuki, Marketing Manager von Tanaka Jewelry, Anfang der Woche im Interview mit Wall Street Journal zur inflationären Politik der Bank of Japan.


Sowohl einige westliche Gold-Fonds-Manager als auch Berater des japanischen Goldmarkts sagten voraus, dass aus Angst vor Inflation und einer Abwertung des Yens bei japanischen Pensionsfonds die Nachfrage nach Gold drastisch steigen wird.

Seit 1999 hält die Bank of Japan ihren Leitzins auf Null. Und vor zehn Jahren begann sie mit einer quantitativen Lockerung (auch als „Gelddrucken“ bekannt).

Jedoch hat die Verbraucherpreis-Inflation noch nicht die 1%-Marke pro Jahr durchbrochen. Auf das ganze Jahr bezogen, erreichte Japans Nachfrage nach Gold ihren Höchststand in 1995, dem Jahr des Kobe-Erdbebens. Laut Daten des World Gold Council waren es damals 290 Tonnen.

In 2006 fiel die Goldnachfrage in Japan dann negativ aus, als der Yen-Preis auf seinen höchsten Stand seit 20 Jahren anstieg. Privatanleger verkauften mehr als 42 Tonnen an Goldmünzen und –barren, was bei weitem die Nachfrage nach 33 Tonnen Schmuck übertraf.

Zu dem derzeitigen Rekordpreis von Gold kosten diese Verkäufe den japanischen Haushalten ¥112 Mrd (US$1,24 Mrd).

Trotz der Einführung von Gold-unterlegten ETFs (börsennotierte Investmentfonds), die mehr an professionelle und institutionelle Investoren gerichtet sind, blieb Japans Nachfrage in den letzten sechs Jahren negativ.

Laut Daten des World Gold Councils waren in den zwölf Monaten vor Oktober 2012 zumindest bei privaten Anlegern die Nachfrage nahezu ausgeglichen.

Der Hauptsitz Tanakas in Tokyo gab heute bekannt, dass die Goldkäufe in 2012 um 62% auf 28,6 Tonnen fielen. Die Verkäufe widerum gingen nicht so stark zurück: Sie fielen um 36% auf 22,9 Tonnen.

Hinweis: Der Inhalt dieser Webseite ist dazu gedacht, den Leser zum Nachdenken über wirtschaftliche Themen und Ereignissen anzuregen. Aber nur Sie selbst können entscheiden, wie Sie Ihr Geld anlegen und tragen die alleinige Verantwortung hierfür. Informationen und Daten können zudem durch aktuelle Ereignisse bereits überholt sein und sollten durch eine zusätzliche Quelle bestätigt werden, bevor Sie investieren.

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