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Gold und Inflation

Einer der wichtigsten Faktoren in der Ölpreisentwicklung ist der Nachfragefaktor Notenbanken und Liquidität, schreibt Miriam Kraus in ihrem Rohstoff-Daily.

Und stellt diese These noch einmal anhand eines weiteren Preisverhältnisses auf die Probe.

Die Gold/Öl-Ratio

Die Dow/Öl-Ratio liegt aktuell bei 123. Im historischen Vergleich, das heißt, unter strenger Berücksichtigung des Durchschnittsverhältnisses bei 200, erscheint damit Öl im Vergleich zum Dow Jones Index etwas zu teuer. Zudem sinkt dieses Verhältnis seit Jahren konstant und zwar schon seit Beginn des Jahrtausends.

Ein Anzeichen dafür, dass die generell wachsende Liquidität im System (locker waren einige Notenbanken auch schon vor der Finanzkrise 2008) sich ihren Weg sucht, was sich eben auch in den Preisen verschiedener Asset-Klassen niederschlägt. 

Man könnte natürlich argumentieren, dass auf gewisse Weise steigende Aktienmärkte zwangsläufig auch mit steigenden Ölpreisen einhergehen müssen, wenn sie Ausdruck einer konjunkturell stärkeren oder zumindest verbesserten Lage sind oder auch, wenn sie Ausdruck der Erwartungen einer konjunkturellen Erholung sind. Dies ist sicher auch ein Faktor der Bestand hat.

Aber lassen wir mal die Aktienmärkte ausser Acht und beschäftigen uns stattdessen lieber mit der Frage, wie viel Wert Öl eigentlich hat?

Und was würde sich zur Beantwortung dieser Frage besser eignen, als den Wert von Öl mit einem Gut zu messen, dem die Menschheit seit jeher eine Bedeutung und einen bestimmten Wert beimisst. Sie wissen es schon: ich spreche vom Gold!

Also sehen wir uns an, wie viele Barrel Öl man derzeit mit einer Feinunze Gold kaufen könnte:

Gold/Öl-Ratio seit 2009


Quelle: stockcharts.com

Die Gold/Öl-Ratio setzt also den Goldpreis (hier in USD) ins Verhältnis zum Ölpreis (hier WTI in USD).

Der historische Durchschnittswert dieses Verhältnisses liegt bei 15,7.

Und die aktuelle Gold/Öl-Ratio liegt bei 15,71, also völlig im Rahmen des historischen Durchschnittsverhältnisses.

Das klingt vielleicht seltsam, aber keine Sorge, die Ratio ist nicht kaputt gegangen, sondern zeigt ein völlig korrektes Preisverhältnis an.

Betrachten Sie noch einmal die Chart im 1.Teil.

Besonders interessant: Achten Sie auf die Spitzen im vergangenen Jahr. Im April 2011 als der WTI-Preis auf sein Hoch bei über 114 USD pro Barrel zulief (wovon er im Übrigen im Februar dieses Jahres nur noch etwas mehr als 4 USD entfernt war), während der Goldpreis noch unter 1.600 USD pro Feinunze handelte, fiel das Verhältnis folgerichtig auf fast 13. Zu diesem Zeitpunkt war Öl gemessen in Gold und unter Berücksichtigung des historischen Durchschnittsverhältnisses also teuer.

Im August 2011, als der Goldpreis sich über die 1.900 USD-Marke schwang, während der Ölpreis deutlich unter 90 USD handelte, sprang das Ratio dagegen massiv auf über 22, wobei Öl im Verhältnis zum Gold also günstig war.

Wir sehen also, gemessen in Gold ist mit dem Ölpreis aktuell alles in Ordnung, obgleich beide Preise (also sowohl der USD-Preis für 1 Feinunze Gold, als auch jener für 1 Barrel WTI-Öl) heute höher stehen als beispielsweise im letzten Quartal des Jahres 2010.

Das dem so ist, ist meiner Meinung nach nur einem Nachfragefaktor zu verdanken: den Notenbanken und der wachsenden Liquidität. 

Nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt Wirtschaft arbeitete Miriam Kraus als Analystin in einer Zürcher Vermögensverwaltung. Seit 2007 ist sie freiberufliche Finanzanalystin und arbeitet mit dem Investor Verlag zusammen.  Ihre besonderen Kennzeichen sind die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte.

Sehen Sie hier alle Artikel von Miriam Kraus.

Hinweis: Der Inhalt dieser Webseite ist dazu gedacht, den Leser zum Nachdenken über wirtschaftliche Themen und Ereignissen anzuregen. Aber nur Sie selbst können entscheiden, wie Sie Ihr Geld anlegen und tragen die alleinige Verantwortung hierfür. Informationen und Daten können zudem durch aktuelle Ereignisse bereits überholt sein und sollten durch eine zusätzliche Quelle bestätigt werden, bevor Sie investieren.

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