Stimmung deutscher Goldanleger kühlt ab: Zinsunsicherheit belastet die Preise
Die Stimmung unter den deutschen Goldanlegern zieht sich weiter von ihren Mehrjahreshöchstständen zurück. Das zeigen neue Daten von BullionVault, dem weltweit führenden Online-Marktplatz für Edelmetalle. Grund dafür ist die anhaltende Unsicherheit über die künftige Zinsentwicklung, die den Edelmetallpreis unter Druck setzt.
Der Gold-Investor-Index (GII) Deutschland, der seit 2010 das Verhältnis von deutschen Goldkäufern zu -verkäufern misst, fiel im Juli auf ein 3-Monats-Tief. Dies geschah in einer Phase, in der sich das Tempo des schärfsten Kursrückgangs seit dem Markteinbruch im Frühjahr 2013 wieder etwas verlangsamte.
„Obwohl Gold gewöhnlich von Unsicherheiten profitiert, leidet der Kurs derzeit unter den unklaren Aussichten bezüglich der Zinspolitik der US-Notenbank Fed und der EZB“, erklärt Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault.
„Sollten der Gold-Crash und der Bärenmarkt Mitte der 2010er Jahre als Orientierung dienen, würde der Goldpreis erst dann einen Boden finden, wenn die Warnungen vor einer strafferen Geldpolitik zur Tatsache werden. Das geopolitische Umfeld ist heute jedoch weit angespannter, und die Goldkäufe der Zentralbanken stützen den Markt spürbar, indem sie den Preisrückgang gezielt zum Einstieg nutzen.“

BullionVault verwahrt mittlerweile physische Edelmetalle im Wert von mehr als 6,8 Milliarden Euro für über 130.000 Nutzerinnen und Nutzer aus 175 Ländern. Der Gold-Investor-Index Deutschland fiel im Juli um 2,0 Punkte gegenüber Juni und erreichte mit 56,6 Punkten seinen niedrigsten Stand seit April.
Ein Indexwert von genau 50,0 Punkten signalisiert eine ausgeglichene Anzahl von Käufern und Verkäufern im Laufe des Monats. Im März dieses Jahres hatte die Datenreihe von BullionVault mit 62,6 Punkten noch ein Nach-Pandemie-Hoch markiert.
Adrian Ash ergänzt: „Abgesehen von der aktuellen Zinsunsicherheit tendieren die Goldpreise Mitte des Jahres gewöhnlich zu einer gewissen Schwäche. Nach dem Einbruch und den Schwankungen der letzten Monate dürften langfristig orientierte Anleger eine sommerliche Flaute genauso begrüßen wie kurzfristige Trader.“
Mit einem Minus von 0,6 Prozent auf Euro-Basis fiel der Goldpreis im Juli auf 3.512 Euro pro Feinunze. Damit verzeichnet er nun den fünften Verlustmonat in Folge. Das entspricht der längsten Stärkephase der Gemeinschaftswährung gegenüber Gold seit Mitte 2017.
Auch das Neuinteresse deutscher Anleger an Edelmetallen ging erneut kräftig zurück: Die Zahl der Kontoeröffnungen bei BullionVault lag im Juli 25,0 Prozent unter dem Juni-Wert und markierte den niedrigsten Stand seit August 2025.




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