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Privatanleger nutzen Preisrückgang bei Gold und Silber

London, 4. November 2026 − Deutsche Anleger in Gold und Silber haben die Kursverluste im Oktober zum Einstieg genutzt. Dies belegen aktuelle Daten des weltweit führenden Marktplatzes BullionVault. Der Überhang an Käufern gegenüber Verkäufern erreichte demnach ein Drei-Monats-Hoch, während die weltweite Nettonachfrage nach physischem Gold die stärkste Serie seit fünf Jahren fortsetzte.

Nachdem Gold mittlerweile 25 Prozent von seinen Allzeithochs im Januar eingebüßt hat und Silber auf Euro-Basis um fast 60 Prozent nachgegeben hat, locken die fallenden Notierungen wieder Investoren an.

Zusammen mit den anhaltenden Zukäufen der Zentralbanken und der Schnäppchenjagd in den asiatischen Konsumentenmärkten dürfte diese Nettonachfrage privater Anleger aus Deutschland und weiteren westlichen Volkswirtschaften dazu beitragen, den Preisen nach unten Halt zu geben. Noch handelt es sich jedoch nicht um einen Bullenmarkt: Gold und Silber legen üblicherweise dann zu, wenn neues Geld in den Markt fließt – das Tempo bei den Erstinvestitionen hat sich im Vergleich zu den Rekordständen zu Jahresbeginn jedoch weiter verlangsamt.

Im vergangenen Monat gaben Gold und Silber auf Euro-Basis um 4,5 Prozent beziehungsweise 16,3 Prozent nach. Beide Metalle markierten damit ein Zwölf-Monats-Tief und verloren gegenüber den Rekordständen vom Jahresanfang fast ein Viertel (24,8 %) beziehungsweise drei Fünftel (56 %) an Wert.

Sowohl der Gold-Investor-Index Deutschland (GII DE) als auch der Silver-Investor-Index Deutschland (SII DE) erreichten den höchsten Stand seit Juni, als beide Edelmetalle ebenfalls deutliche Kurseinbrüche verzeichnet hatten.

Nach Gewicht gemessen traten die weltweiten BullionVault-Kunden den dritten Monat in Folge als Nettokäufer von Gold und Silber auf. Sie bauten ihre Bestände um 0,1 Tonnen Gold aus und ließen die Kundendepots – die wahlweise in London, New York, Singapur, Toronto oder Zürich verwahrt und versichert sind – auf ein 19-Monats-Hoch von über 44,1 Tonnen im Wert von 5 Milliarden Euro steigen.

Zusammen mit den Zuflüssen aus August und September markiert dies bezogen auf das Gewicht mit 0,6 Tonnen den stärksten Drei-Monats-Zuwachs seit dem Zeitraum Juni bis August 2021. Gemessen am Eurowert war es mit 75 Millionen Euro der größte Zuwachs seit August bis Oktober 2020.

Ähnlich wie beim Kursrücksetzer im März gingen die Goldverluste im Oktober mit kräftigen Verlusten bei KI- und anderen Tech-Aktien einher. Das unterstreicht zwar, dass Gold selten im selben Augenblick anzieht. Dass die Aktienmärkte nachgeben, dürfte jedoch all jene enttäuschen, die einen unmittelbaren sicheren Hafen anstelle einer langfristigen Anlageversicherung erwarten. Auch der Ausgang der dieswöchigen US-Midterm-Wahlen wird an dem kurzfristigen Gegenwind für Gold und Silber durch steigende Zinsen voraussichtlich wenig ändern.

Goldkäufe in Deutschland steigen, währen die Preise fallen - Quelle: BullionVault

Im vergangenen Monat stieg der GII Deutschland um 1,1 Punkte auf 58,6 und markierte damit ein Vier-Monats-Hoch. Dadurch kletterte auch der Zwölf-Monats-Durchschnitt des Index auf 58,1 Punkte – das höchste Niveau seit Anfang 2022. Werte über 50 signalisieren einen Überhang an Käufern gegenüber Verkäufern.

Der SII Deutschland stieg im Oktober ebenfalls auf ein Vier-Monats-Hoch und legte um 4,6 Zähler auf 58,4 Punkte zu. Nach Gewicht kauften die weltweiten Nutzer von BullionVault knapp eine Tonne mehr Silber als sie verkauften. Die Gesamtbestände erreichten mit 1.140 Tonnen im Gesamtwert von 1,6 Milliarden Euro den höchsten Stand seit zehn Monaten.

Die Zahl der deutschen Anleger, die BullionVault zum ersten Mal nutzten, stieg im Vergleich zum 14-Monats-Tief im September um 13,8 Prozent lag jedoch weiterhin 44,3 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate.

Adrian Ash ist Head of Research / Leiter der Forschungsabteilung bei BullionVault, der weltweit führenden Handelsplattform für physische Gold- und Silberbarren. Zuvor war er Redaktionsleiter bei Fleet Street Publications und City-Korrespondent für das Daily Reckoning. Er ist u.a. regelmäßiger Autor für Forbes und BBC. Außerdem ist seine Meinung als Goldmarkt-Experte bei renommierten Medien und Finanzdienstleistern wie der Financial Times, The Economist, Bloomberg und dem Stern gefragt.

Hinweis: Der Inhalt dieser Webseite ist dazu gedacht, den Leser zum Nachdenken über wirtschaftliche Themen und Ereignissen anzuregen. Aber nur Sie selbst können entscheiden, wie Sie Ihr Geld anlegen und tragen die alleinige Verantwortung hierfür. Informationen und Daten können zudem durch aktuelle Ereignisse bereits überholt sein und sollten durch eine zusätzliche Quelle bestätigt werden, bevor Sie investieren.

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