„Kryptonit“-Dämpfer beim Goldpreis sorgt für stärkste Anlegernachfrage seit 5 Jahren
London, 8. Oktober 2026 − Ein steiler Rückgang der Goldpreise stößt bei Privatanlegern auf eine starke Nachfrage. Die Nettozuflüsse auf dem weltweit führenden Marktplatz für physisches Edelmetall, BullionVault, erreichten im September ein 5-Jahres-Hoch.
Das Edelmetall-Fintech verwaltet mittlerweile ein Vermögen von 7,2 Milliarden Euro für seine globale Kundenbasis. Im vergangenen Monat überwogen die Goldkäufe der Kunden die Verkäufe um mehr als eine Dritteltonne.
Dieser Nettozufluss von 389 Kilogramm war der größte Zuwachs an Kundengoldbeständen – die sicher und versichert in der vom Nutzer gewählten Tresorstadt London, New York, Singapur, Toronto oder Zürich verwahrt werden – seit Juni 2021. Wertmäßig war es mit 47 Millionen Euro der größte Zufluss seit April 2020.
Während das ‚Kryptonit‘ stark steigender Anleiherenditen den Goldpreis schwächt, kurbelt es die Investitionsnachfrage nach dem Edelmetall nur weiter an. Ähnlich wie die Zentralbanken als Gruppe akkumulieren auch Privatanleger Gold zur Diversifizierung und als Absicherung gegen die heutigen gewaltigen Regierungsdefizite und Staatsschulden, die zu einer Währungsentwertung führen.

Gold verzeichnete im vergangenen Monat den stärksten Preisrückgang in einem September seit dem historischen Einsturz im Jahr 2013. In Euro verlor das Edelmetall 6,5 Prozent und machte damit drei Fünftel des Preissprungs aus dem August wieder rückgängig.
DieZahl der deutschen Anleger bei BullionVault, die sich für den Kauf des Edelmetalls entschieden, stieg um 2,9 Prozent gegenüber dem Augustwert. Die Zahl der Verkäufer sank hingegen um 30,2 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Juli letzten Jahres.
Zusammen ließ dies den Gold-Investor-Index Deutschland um 1,1 Punkte auf 57,6 steigen. Das ist der höchste Wert seit Juni für deneinzigartigen Gradmesser der Präferenzen von Privatanlegern bei BullionVault in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt.
Der Index, der über die letzten 5 Jahre im Durchschnitt bei 55,9 lag, würde genau 50,0 anzeigen, wenn die Zahl der Nettokäufer exakt der Zahl der Nettoverkäufer entspräche. Nachdem der GII Deutschland im März diesen Jahres mit 62,6 einen Höchststand nach der Pandemie erreicht hatte, zeigte er seit dem Rekordtief von 49.2 vor zwei Jahren keine negative Bilanz mehr.
Es ist völlig natürlich, dass Goldpreise nachgeben, wenn die Anleiherenditen steigen“, erläutert Ash. „Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten für den Besitz von physischem Gold im Vergleich zu Bargeld auf der Bank oder Anleihen. Zudem bremsen höhere Kreditkosten spekulative Wetten am Derivatemarkt.
Doch während Gold derzeit auf Niveaus gehandelt wird, die um diese Zeit im Vorjahr noch neue Rekordpreise darstellten, nähern sich die langfristigen Zinsen ihren Höchstständen seit einem Vierteljahrhundert. Dieses Ungleichgewicht spiegelt sowohl die anhaltenden Goldkäufe der Zentralbanken als auch die wachsenden Sorgen der Anleger hinsichtlich der Tragfähigkeit der westlichen Staatsdefizite und -schulden wider.




RSS Newsfeeds