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Goldpreis – von der Leitwährung zum Goldstandard

Goldwährung: Wie setzte sich Gold als Mittel des Werterhaltes durch? Wie entstand der erste Goldstandard der Welt?

Obwohl man Gold vor 7.000 Jahren als Tauschmittel eingesetzt hat, datieren die ersten echten Gold-Umlaufmünzen auf etwa 650-560 vor Christus. Der als sagenhaft reich bekannte, lydische König Krösus ließ die ersten Goldmünzen prägen.

Die ursprünglichen Münzen bestanden aus einer Mischung aus Gold und Silber (Elektron) und waren einfach gestaltet. Das besondere: Sie verfügten über eine einheitliche Größe und einen einheitlichen Wert und trugen eine Art Prägestempel. Sie fungierten als die ersten vollwertigen umlaufenden Münzen, deren Wert durch das Metall gedeckt war: Die erste echte Goldwährung der Welt.

Das Römische Reich und seine Goldwährung

Im Laufe der Jahrhunderte verbesserten die Menschen die Techniken der Münzprägung. Um das Jahr 225 vor Christus begannen Römer erste Goldmünzen herzustellen. 82 vor Christus wurden unter Sulla die ersten Aureus-Münzen geprägt. Der Aureus ist die bekannteste und Hauptkurantmünze des Römischen Reiches.

Unter Julius Cäsar wuchs die Goldmünzen-Prägung deutlich. Das Gewicht der Aureus-Münze senkte man im Laufe der Jahrhunderte, so dass die Münze knapp 300 Jahre später 56% des ursprünglichen Gewichtes aufwies – trotz hoher Reinheit.

Gold als Leitwährung und Mittel zum Werterhalt

Im Jahre 309 ersetzte Kaiser Konstantin I. den Aureus durch den Solidus. Dessen Im Jahre 309 ersetzte Kaiser Konstantin I. den Aureus durch den Solidus. Dessen Gewicht lag mit 4,54 Gramm Gold rund 26% unter dem des Aureus, der rund 500 Jahre stabil blieb. Die Solidus-Goldwährung war bis ins 12.Jahrhundert die anerkannte Leitwährung in Europa.

Der Feingehalt der Münze veränderte sich trotz aller Kämpfe des oströmischen bzw. daraus entstandenen byzantinischen Reiches kaum. Man nutzte den Solidus zum Ende des Frühmittelalters hin zunehmend als Mittel des Werterhaltes und weniger als Tauschmittel.

Dies änderte sich mit dem Beginn der Kreuzzüge und der Ausweitung des Fernhandels. Dieser brachte Zugang zum afrikanischen Gold, welches die europäischen Händler gegen Silber eintauschten. Weitere Goldleitwährungen etablierten sich in Europa, wie der venezianische Dukat oder der florentinische Goldgulden, ab Ende des 13.Jahrhunderts.

Während der langanhaltenden Depression im Spätmittelalter dezimierte sich die europäische Bevölkerung durch Kriege, Hungersnöte und Pest. Die anhaltende Stagnation der technischen Entwicklung führte zu einem Produktionsrückgang im Bergbau. Als Folge sank die Münzproduktion und Menschen horteten Gold als Mittel des Werterhaltes.

Der steigende Goldpreis

Mit der Entdeckung Amerikas 1492 änderte sich dies. Im Laufe der folgenden 350 Jahre verschifften die Europäer geschätzte 4.700 Tonnen Gold von Südamerika nach Europa. Sie setzten mit ihrer Ausplünderungstaktik zu Hause eine Inflation in Gang. In Spanien stiegen die Preise 100 Jahren nach der Entdeckung Amerikas um 400%. In Deutschland erhöhten sich die Preise bis Anfang des 17.Jahrhundert um 288%.

Von der Goldflut sollte die Bevölkerung wenig haben. Fürsten- und Königshäuser nutzten die Schätze um die politischen und Religionskriege im 16.Jahrhundert zu finanzieren und um ihre luxuriösen Bedürfnisse zu stillen. Dies führte zur betrügerischen und gängigen Praxis der Münzentwertung, bei der man den Goldmünzen Kupfer, Zinn oder Blei zugibt.

Diese als Kipper- und Wipper-Zeit bezeichnete Epoche fand ihren Höhepunkt während des Dreißigjährigen Krieges. Später finanzierten Herrscher ihre Kriege mittels Münzverschlechterung, wie beispielsweise Friedrich der Große im Siebenjährigen Krieg.

Die Folge: Der Anstieg der Goldmenge führte zu steigenden Preisen. Die massiv steigenden Staatsausgaben und die betrügerische Münzverschlechterung, die nichts anderes als eine Inflationierung darstellt, führten zur Hyperinflation. Mit der Folge, dass die Goldpreise explodierten. So stieg der Preis für einen Goldgulden von 60 Kreuzern im Jahr 1559 bis auf 1.000 Kreuzer im Jahr 1622.

Auf dem Weg zum ersten Goldstandard

Im Jahre 1717 unternahm Isaac Newton, damals Leiter des königlichen Münzamtes, den Versuch den Goldpreis zu standardisieren. Er legte ein fixes Wechselverhältnis zwischen Silber- und Goldmünzen in Großbritannien fest. Damit legte der den Grundstein für den ersten Goldstandard der Welt.
Ab diesem Jahr bestand die garantierte Umtauschbarkeit der britischen Währung in Gold zu einem fixierten Kursverhältnis. Großbritannien hob die staatlich garantierte Einlösungspflicht von Papiergeld gegen Gold während der napoleonischen Kriege auf. Dies führte zur faktischen Entwertung der britischen Banknoten und zum Anstieg des Goldpreises.

Dies änderte sich im Jahr 1816 als Großbritannien mit dem “Lord Liverpools Act“ die Goldwährung zur Leitwährung erklärte. Erneut führte Großbritannien einen fixen Wechselkurs zwischen dem Edelmetall und der britischen Währung ein. Ab 1821 garantierte man die Einlösungspflicht von Pfund Sterling gegen Gold. Damit galt das britische Pfund als Weltleitwährung, an welche eine Reihe anderer Länder ihre Währungen koppelten.

Der größte Teil der weltweiten Währungsreserven hielt man in Pfund Sterling. Im Laufe der Jahre folgten weitere Länder mit der Einführung von Goldwährungen. Dieser klassische Goldstandard fand mit dem Beginn des I. Weltkrieges 1914 sein Ende, als der Finanzierungsbedarf der Staaten massiv explodierte.

Nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt Wirtschaft arbeitete Miriam Kraus als Analystin in einer Zürcher Vermögensverwaltung. Seit 2007 ist sie freiberufliche Finanzanalystin und arbeitet mit dem Investor Verlag zusammen.  Ihre besonderen Kennzeichen sind die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte.

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