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ETF-Goldbarren laut britischen Ausfuhrdaten „in den Osten gegangen“

Durch massive Goldverkäufe durch ETFs wurden viele Barren nach China und Indien versandt…

Die massiven Verkäufe von Goldbarren in Form von börsengehandelten Goldfonds, die von westlichen Anlegern gehalten wurden, wurden von Investoren in China und Indien aufgekauft, wie aus einer Auswertung der britischen Ausfuhrdaten hervorgeht.

Gold-ETFs, die zumeist mit großen Goldbarren hinterlegt sind, welche bei Market-Makern wie HSBC oder J.P Morgan in London gelagert werden, verloren im ersten Halbjahr dieses Jahres 650 Tonnen des Edelmetalls.

Die Preise sanken um 25%, als die großen ETFs, allen voran der in New York gelistete 60 Mrd. USD schwere SPDR, rund ein Viertel ihrer Bestände, die sie noch gegen Ende 2012 hatten, abstießen.

„Wohin ging das ETF-Gold?“, fragt Analyst Matthew Turner in einem Bericht der australischen Bank Macquarie. Die britischen Ausfuhrdaten, so stellt er fest, zeigen für die ersten sechs Monate in 2013 einen Abfluss von 797 Tonnen, die für die Schweiz bestimmt waren, dem Zentrum der weltweiten Goldveredler.

„Wir vermuten, dass [dort] die Goldbarren von ETFs in Münzen und kleinere Barren unterschiedlicher Größe umgeschmolzen und vor allem an Endverbraucher in Asien, insbesondere China und Indien, verkauft wurden“, so Turner.

Laut Aussage der China Gold Association betrug die Gesamtnachfrage nach Gold bei chinesischen Privatanlegern von Januar bis Juni dieses Jahres 706 Tonnen, ein Anstieg von 54% gegenüber dem gleichen Zeitraum in 2012. Die indische Nachfrage wurde zwar durch aggressive Einfuhrgesetze gehemmt, mit denen die Zahlungsbilanzkrise des Landes bekämpft werden sollte, führte allerdings dennoch zu Goldimporten von 615 Tonnen. Im Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum lediglich 381 Tonnen. Dies geht aus Daten hervor, die Thomson Reuters GFMS für den World Gold Council, die Lobby-Organisation der weltweiten Goldminenindustrie, zusammentrug.

In seiner Eigenschaft als „Clearing-Stelle“ werden in den Londoner Tresoren typischerweise große 400-Unzen-Goldbarren aufbewahrt. In Indien und China bevorzugt man allerdings eher Barren im 1-Kg-Format.

Mit ihrer geographischen Lage dazwischen importieren Schweizer Veredler regelmäßig Goldbarren aus London, um diese einzuschmelzen und in 1-Kg-Barren umzugießen.

Des Weiteren verlangen chinesische Käufer nach einem anderen Reinheitsgrad, nämlich 0,999 Feingold anstelle der 0,995, die für Londoner Good-Delivery-Barren üblich sind.

In Shanghai erreichten die Aufschläge von Händlern zwischenzeitlich 50 USD über dem Londoner Bezugspreis, als die chinesische Nachfrage stieg, hingegen westliche Anleger massiv verkauften.

„Es gibt zwei gute Gründe für den starken Goldpreis“ momentan, so Analyst Nic Brown von Natixis gegenüber Reuters Insider TV.

„Zum einen sind es die ausbleibenden Verkäufe“ nach dem massiven Verkauf von westlichen Fonds und ETFs zwischen Januar und Juli.

Zum anderen „spiegelt der technische Chart deutlich die Grundlagen wieder. Auf der Käuferseite gibt es weltweit eine sehr starke Nachfrage nach physischem Edelmetall“. 

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