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Gold – UBS sieht nur begrenztes Abwärtspotenzial

Die Analysten der UBS sind der Ansicht, dass der Goldpreis zwar erst einmal unter Druck bleiben könnte, das Abwärtspotenzial aber begrenzt ist.

Gold sei zurzeit auf Grund verringerter politischer Risiken in Europa und der Erwartung der Marktteilnehmer auf eine Zinserhöhung durch die Fed im Juni unter Druck, erklären die Experten. Und dass die Aktienmärkte in der Nähe ihrer Allzeithochs notieren, übe ebenfalls Druck auf den Goldpreis aus, hieß es weiter.

Der Rückgang des US-Dollar Index über den vergangenen Monat sowie eine ansteigende physische Nachfrage auf Grund der Saisonalität und des niedrigeren Preises hätten dazu beigetragen, den Goldmarkt zu stützen, so die UBS. Die in den vergangenen Wochen zu beobachtenden Veränderungen in den Goldpositionierungen seien zudem zum größten Teil auf Liquidierungen und nicht auf einen signifikanten Anstieg der Short-Positionen zurückzuführen. Die jüngsten CFTC-Daten (Commodity Futures Trading Commission) reichen allerdings nur bis zum 2. Mai und decken die Aktivitäten nach dem letzten Fed-Meeting nicht ab, merken die Analysten an. Der nächste CFTC-Bericht sollte dann, glaubt die UBS, weitere Liquidationen zeigen.

Auf jeden Fall sei der Großteil der Positionen in Bezug auf die politischen Risiken aus Europa wohl bereits zur ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen geschlossen gewesen, weshalb die Goldpreisbewegungen diese Woche eher moderat gewesen seien. Da nun eines der größten politischen Risiken geklärt sei, sei eine gewisse Konsolidierung gerechtfertigt, meint die UBS. Allerdings dürfte nach Ansicht der Experten die Unsicherheit in Italien noch einige Zeit anhalten.

Erst einmal aber, glaubt am, sollte sich der Fokus der Märkte auf Fed und EZB richten, was bedeute, dass Wirtschaftsdaten genau beobachtet werden müssten. Weiterer Druck auf den Goldpreis könne nicht ausgeschlossen werden, so die UBS, doch gehen die Analysten davon aus, dass Käufe physischen Goldes und Schnäppchenjäger sich verstärken, sollte der Markt die 1.200 USD pro Unze testen. Und das würde nach Ansicht der Schweizer Großbank den Weg für eine Erholung bereiten. Die Experten der UBS sehen das Abwärtsrisiko im Goldpreis als begrenzt an, zumal die Positionierungen in Gold bereits zurückgegangen sei.

Zudem seien die jüngsten Indikationen zur physischen Nachfrage ermutigend, hieß es weiter. Diese sei wahrscheinlich ein wichtiger Unterstützungsfaktor in der jüngsten Druckphase gewesen. Die UBS weist darauf hin, dass zum Beispiel die Goldimporte Indiens im März mit 106 Tonnen das höchste Niveau seit November 2016 erreicht hätten. Zudem würden Berichte zeigen, dass die aktuelle, saisonale Nachfrage recht hoch sei.

Auch in China hätten die Goldimporte sich im März mit 142 Tonnen (Lieferungen aus Hong Kong und der Schweiz) stark gezeigt und das Interesse sei auch zuletzt augenscheinlich gewesen. Darüber hinaus habe der World Gold Council jüngst eine Erholung in der Schmucknachfrage gemeldet, vor allem auf Grund einer stärkeren Nachfrage aus Indien. Allerdings sei das Volumen im Vergleich zu historischen Niveaus weiterhin niedrig.

Insgesamt, so die UBS weiter, sei die physische Nachfrage nach Gold nicht herausragend, wenn man sie mit historischen Werten vergleiche, man halte sie aber für beträchtlich stärker als vom Markt zu Jahresbeginn erwartet und glaube deshalb, dass dies der Stimmung im Goldsektor zuträglich sein könne.

Björn Junker ist Chefredakteur von GOLDINVEST.de und verfügt über langjährige Erfahrung im Rohstoffsektor. Er erstellt Hintergrundberichte und aktuelle Kommentare zum Geschehen an den Rohstoffmärkten und verfolgt die Entwicklung ausgewählter Minengesellschaften aus dem Bereich der Edelmetalle, Basismetalle und sonstiger Rohstoffe.

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