85 Jahre lang und bis 2004 trafen sich die fünf Mitglieder des Goldfixings persönlich jeden Tag im Büro von N. M. Rothschild, Vorsitzende des Goldfixings, in der St. Swithins Lane in London.
Jeder Vertreter der fünf Banken hatte telefonischen Kontakt mit deren Hauptsitz. Sie wussten jedoch schon, ob ihre jeweilige Bank mehr kaufen oder mehr verkaufen wollten, nach dem sie die Geschäfte ihrer Kunden balanciert hatten.
Genau so wie bei dem ersten Goldfixing am 12. September 1919 kennen diese fünf Banken das Volumen der insgesamten Käufe und Verkäufe besser als alle andere.
Die Rothschild Bank beschloss 2004 aus dem Goldmarkt zu steigen. Dies ihre Begründung
: 'Unsere Einnahmen aus dem Rohstoffhandel in London sind im prozentuellen Vergleich zu unseren insgesamten Einnahmen in den letzten fünf Jahren gefallen.' Seit dem ist der Goldpreis um das Doppelte gestiegen und der Vorsitzende rotiert jährlich zwischen den anderen fünf Mitglieder: Deutsche Bank, Barclays Capital, ScotiaMocatta, HSBC und Société Générale.
Der Vorsitzende des Londoner Goldfixings fängt an, in dem er einen Goldpreis nennt. Danach legen die anderen Mitglieder fest, ob sie zu dem Preis Käufer oder Verkäufer sein werden, und informieren telefonisch ihre eigene Bank, welcher Preis genannt wurde; dieser könnte noch ändern, je nach dem ob sie Käufer oder Verkäufer sind.
'Wenn mehr Gold verkauft als gekauft wird, nennen wir einen niedrigeren Goldpreis', so Martyn Whitehead, Direktor für Rohstoffe bei Barclays Capital und Vizepräsident der London Bullion Market Association. Der Vorsitzende des Goldfixings wird Preise nennen, bis Käufe und Verkäufe ungefähr balanciert sind.
'Normalerweise dauert das 10 bis 15 Minuten', so Whitehead, aber 'es kann bis zu einer Halben Stunde dauern. Der längste Goldfixing fand in 1987 nach dem schwarzen Montag statt' als die amerikanische Börse 23% ihres Wertes verlor'.
An jenem Montag den 19. Oktober dauerte der Goldfixing 2 Stunden und 15 Minuten. Der Nachmittags-Goldfixing war 2% niedriger als den des vorigen Freitages.
'Der Vorsitzende hat ein Ermessen von 50 Barren', so Whitehead. 'Solange sich also die Menge der Goldkäufe und -verkäufe von Gold innerhalb dieser 50 Goldbarren befindet, kann der Vorsitzender den Goldpreis offiziell fixieren.'
Dieses Ermessen ermöglicht einen Einblick in wie viel Gold überhaupt zwei Mal am Tag gehandelt wird! Einer dieser Goldbarren wiegt 400 Unzen (etwa 12,44 Kilo): Der Vorsitzende fügt über ein Ermessen von 50 Goldbarren, um den Goldpreis zu fixieren, was etwa €16 Mio. entspricht!
Wenn Sie Ihren Goldpreis selber entscheiden wollen, lesen Sie hier weiter...
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